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E-Nummern auf dem Etikett — was sie bedeuten

Stand: September 2026

Kaum eine Angabe auf Lebensmitteletiketten löst so viel Unbehagen aus wie das große E mit drei Ziffern. Dabei sagt die Nummer weniger aus, als die meisten annehmen — und an einer Stelle deutlich mehr.

Was die Nummer tatsächlich bedeutet

Eine E-Nummer heißt: Dieser Stoff wurde bewertet und in der Europäischen Union als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen. Geregelt ist das in der Verordnung 1333/2008. Die Nummer ist eine Zulassungskennung, kein Gefahrensignal.

Deshalb tragen auch harmlose und vertraute Stoffe eine: Ascorbinsäure, also Vitamin C, ist E300. Citronensäure ist E330. Lecithin aus Soja oder Sonnenblume ist E322. Wer E-Nummern pauschal meidet, meidet auch diese.

Die Nummer sagt nichts über die Herkunft. Ein Zusatzstoff mit E-Nummer kann aus einer Pflanze stammen oder synthetisch hergestellt sein. Beides ist zulässig, und beides steht ohne Unterschied als Zahl auf dem Etikett.

Die Gruppen und wofür sie stehen

E100–E199Farbstoffe
E200–E299Konservierungsstoffe
E300–E399Antioxidationsmittel und Säureregulatoren
E400–E499Verdickungs-, Gelier- und Emulgiermittel
E900–E999Überzugsmittel, Trennmittel, Süßungsmittel

Bei flüssigen Nahrungsergänzungsmitteln begegnen einem fast immer zwei Konservierungsstoffe — Natriumbenzoat (E211) und Kaliumsorbat (E202) — sowie ein Süßungsmittel. Steviolglycoside (E960) stammen aus der Stevia-Pflanze und liefern keine Kalorien.

Sechs Farbstoffe mit besonderer Pflicht

An einer Stelle wird die Nummer zur konkreten Information. Für sechs Azo- und Chinolinfarbstoffe schreibt Anhang V der Verordnung 1333/2008 einen Warnhinweis vor:

Enthält ein Lebensmittel einen dieser sechs, muss auf dem Etikett stehen, es könne die Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen. Das ist kein Verbot und keine Behauptung eines Schadens, sondern eine Vorsichtsangabe, die der Gesetzgeber nach der Auswertung mehrerer Studien für nötig hielt.

Das lässt sich in dreißig Sekunden prüfen. Zutatenliste ansehen, nach einer der sechs Nummern suchen, dann auf dem Etikett den Satz suchen. Fehlt er, obwohl die Nummer dasteht, ist die Kennzeichnung nicht vollständig — und das ist eine Beobachtung, die Sie ohne Fachwissen machen können.

Warum überhaupt Farbe in einem Präparat?

Weil das Auge mitkauft. Ein Pflanzenauszug ist von Natur aus bräunlich bis olivfarben; die kräftige Farbe, die viele mit „natürlich“ verbinden, entsteht oft erst durch Zusatz. Wenn ein Etikett vorn mit einem grünen Pflanzenstoff wirbt und hinten zwei Farbstoffe nennt, lohnt der Blick, welcher davon die Farbe wirklich erzeugt.

Gelb und Blau ergeben Grün — das ist der einfachste Weg, eine Flüssigkeit grün zu machen, ohne Chlorophyll zu verwenden.

Was Sie mit dieser Information anfangen

  1. Zusatzstoffe stehen immer am Ende der Zutatenliste, mit Klassenname und Nummer oder Name.
  2. Die Klasse — Farbstoff, Konservierungsstoff, Süßungsmittel — sagt mehr über den Zweck als die Zahl.
  3. Bei den sechs Farbstoffen prüfen, ob der vorgeschriebene Hinweis vorhanden ist.
  4. Nicht die Zahl fürchten, sondern fragen, warum der Stoff gebraucht wird. Farbe in einem Mittel, das man schluckt, hat keinen anderen Zweck als das Aussehen.

Quellen

Dieser Text erklärt allgemeine Kennzeichnungsregeln und ist keine medizinische Beratung.